Erfolgsmethoden für eine gemeinsame Problemlösung
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Erfolgsmethoden für eine gemeinsame Problemlösung

Unsere Arbeitsmethoden und Prozesse entwickeln sich dank neuer Technologien stetig weiter. Viele Unternehmen greifen auf eine kooperative Problembewältigung zurück, um mit einem effektiven Ideenaustausch neuen Herausforderungen gerecht zu werden. Professor Ulrich Weinberg, Leiter der School of Design Thinking am Hasso-Plattner-Institut, ist ein Experte auf dem Bereich der gemeinschaftlichen Problembehebung. Seine Forschungen zum Thema haben die Art und Weise, wie Unternehmen mit Problemen umgehen, revolutioniert.

Ulrich Weinbergs Tipps für eine kooperative Problembewältigung

Zu seinen zahlreichen, erfolgreichen Kooperationen mit Unternehmen sagt Weinberg: „Ich komme gerade aus China zurück, wohin mich der Geschäftsführer von Haier eingeladen hat […]. Er hat die chinesische Übersetzung meines Buches gelesen und wollte die radikalen Veränderungen, die er in seiner Firma unternommen hat, mit mir besprechen. Momentan stellt er 70.000 Mitarbeiter an und arbeitet an der Umstrukturierung seines gesamten Unternehmens. Die Firma soll zu einer Art Ökosystem aus vielen Kleinunternehmen werden und dadurch ermöglicht er seinen Angestellten, selbstständiger innerhalb der Unternehmenskultur zu agieren. Ich stimme ihm zu, dass dies der beste Weg für die Strukturierung eines großen Unternehmens ist.“

Die drei Hauptaspekte von Weinbergs Erfolgsmethode

  1. Sie basiert auf einem nichtlinearen Konzept; bei der gemeinsamen Problemlösung geht es also nicht einfach darum, von A nach B zu kommen. Stattdessen wird der Design-Thinking-Prozess immer wieder wiederholt, bis man das bestmögliche Resultat erhält.
  2. Weinbergs Methode ermutigt ein gemeinschaftliches Denken statt Eigenwilligkeit. Er ist der Meinung, dass man die besten Resultate erhält, wenn man Vorschläge von Mitarbeitern aus allen möglichen Bereichen erhält. Wir leben in einer Konkurrenzgesellschaft, was den Fluss von guten Ideen stark hemmen kann.
  3. Weinberg ermutigt dazu, eine einladende Atmosphäre zu schaffen, in der Menschen gut zusammenarbeiten und Raum für kreatives Denken haben.

Doch warum sollte man so großen Wert auf den Problemlösungsprozess legen? Unternehmen müssen sich jeden Tag mit Problemen auseinandersetzen, und kooperative Methoden sind ideal für schnelle Lösungen. Wie genau das funktioniert, zeigen wir Ihnen am Beispiel der ab Mai 2018 anzuwendenden Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

Was ist die DSGVO?

Seit Mai 2018 hat die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) die noch bestehende Richtlinie 95/46/EG zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und zum freien Datenverkehr abgelöst. Damit soll die Datensicherheit in Europa vereinheitlicht und Daten von EU-Bürgern sollen geschützt werden. Unternehmen, die gegen diese Verordnung verstoßen, müssen mit sehr hohen Strafgeldern rechnen. Kooperative Problemlösungen sind ideal, um Ihr Unternehmen auf die kommende Verordnung vorzubereiten.

Wie können kooperative Arbeitsformen Ihr Unternehmen auf die DSGVO vorbereiten?

Bevor Sie damit beginnen, Weinbergs Methode anzuwenden, ist es wichtig, dass Sie das betreffende Arbeitsumfeld sehr gut kennen. Weinberg betont die Wichtigkeit eines Orts, an dem man gemeinsam an der Lösung von Problemen arbeiten kann. Er nennt diese Orte We-Q.

„An unserer School of Design Thinking haben wir an der Entwicklung von sogenannten ‘We-Q’-Orten gearbeitet. Anders als der ‘IQ’, der als Maß der Intelligenz einer einzelnen Person gilt, liegt der Hauptfokus bei ‘We-Q’ auf dem ‘Wir’. Dafür mussten wir Arbeitsräume umgestalten, und wir ermutigen Unternehmen dazu, diesem Beispiel zu folgen.“

Investieren Sie zum Beispiel in ein Whiteboard oder nutzen Sie Post-its, um im Team Ideen zu sammeln. Haftnotizen könnten zum Beispiel in verschiedene Farbgruppen für Fakten, Ideen und Meinungen unterteilt werden. Laden Sie Mitarbeiter aus allen Bereichen zu diesen Problemlösungs-Meetings ein, um möglichst viele Ideen aus verschiedenen Perspektiven zu sammeln.

Design Thinking – Schritt für Schritt:

Findungsphase: Wer Problemlösungen finden möchte, muss zuerst herausfinden, in welchen Bereichen Verbesserungsbedarf besteht. Gehen Sie die neue Verordnung genau durch und finden Sie heraus, was Ihre Firma verändern muss.

Probleme neu formulieren: Betrachten Sie mögliche Probleme aus einer anderen Perspektive. Suchen Sie nach Mustern und Ähnlichkeiten in anderen Bereichen Ihres Unternehmens. Bezüglich der DSGVO könnten Sie zum Beispiel darauf achten, ob in Ihrem Unternehmen regelmäßig Probleme mit der Passwort-Sicherheit bestehen. In diesem Fall wäre es gut, Ihre Mitarbeiter darauf hinzuweisen.

Wartezeit: Geben Sie Ihren Mitarbeitern Zeit, diese Informationen individuell zu verarbeiten, bevor Sie mit der Sammlung verschiedener Lösungsvorschläge beginnen.

Ideen sammeln: Versammeln Sie Ihr Team in Ihrem We-Q-Raum, um Ideen mithilfe von Post-its und Whiteboards zu sammeln und zu diskutieren.

Bewertung und Weiterentwicklung: Entscheiden Sie sich für die besten Ideen und entwickeln Sie diese weiter. Hinterfragen Sie zum Beispiel:

  • Die technische Umsetzung. Ist es möglich?
  • Den Bedarf. Ist es etwas, was Sie wollen?
  • Die Rentabilität. Ist es die richtige Lösung für Ihr Unternehmen?

Kurztestphase: Testen Sie Ihre Ideen und diskutieren Sie Probleme im Team.

Ergebnis: Testen Sie Ihren Plan in größerem Rahmen.

Wiederholen und verändern: Ein wichtiger Punkt dieser Methode ist es, den Prozess mehrfach zu wiederholen, um zum besten Ergebnis zu gelangen. Wenn die DSGVO in Kraft tritt, sind Sie so bestens vorbereitet.

Gehen Sie jeden Schritt dieser Methode erneut durch, wenn Sie noch nicht mit dem Ergebnis zufrieden sind. Auf diese Weise können Sie das volle Potenzial Ihrer Mitarbeiter nutzen und Ihr Unternehmen weiter voranbringen.